Allesfresser mit Ansprüchen

Hühner sind zwar Allesfresser, stellen jedoch Ansprüche an ihre Fütterung. Die Hühnerfütterung muss zugleich an die Lebenssituation angepasst werden. Zum einen wachsen Hühner erst einmal sehr schnell heran, zum anderen haben fleißige Legehennen einen sehr hohen und auch speziellen Nährstoffbedarf. Ein kritischer Mangel kann nicht allein die Legeleistung, sondern auch die Gesundheit der Legehennen einschränken. Solange Hühner im Freilauf fündig werden, können sie einen Mangel selber ausgleichen. Ansonsten muss der Halter noch gewissenhafter auf sein Hühnerfutter achten.

 

Hühnerfutter
Hühner sind zwar Allesfresser, stellen jedoch Ansprüche an ihre Fütterung. Die Hühnerfütterung muss zugleich an die Lebenssituation angepasst werden – Foto: Pixabay

 

Die Fütterung auf den Lebensabschnitt abstimmen

*
Unsere heutigen Hühnerrassen sind meist auf Leistung oder Fleischansatz getrimmt. Gute Legerassen legen rund 200 Eier im ersten Legejahr und brauchen Kalk. Gute Fleischrassen wachsen sehr schnell heran und brauchen viel Energie. Ausgewachsene Hühner, die gerade nicht legen, brauchen hingegen weniger Energie und nur etwas Kalk für den Knochenbau.

Ein Überangebot eines Nährstoffs kann leider schaden. Deswegen sollen z.B. Enten und Hühner nicht mit demselben Futter gehalten werden, da Hühner mehr Rohprotein und insgesamt weniger Rohfaser benötigen. Im Legemehl der Hühner ist hingegen zu viel Kalzium, der die weniger legefreudigen Enten belasten würde. Legehühner vertragen ihre 3 bis 5 % Kalzium auch nur in der Legephase.

Im Legefutter der Hühner sind im Normalfall knapp 20 % Rohprotein, rund 5 % Rohfett, bis 5 % Kalzium und knapp 1 % Lysin enthalten. Diese Aminosäure ist sehr wichtig für die reibungslose Legetätigkeit der Hennen. Neben diesen Nährstoffen sind weitere, auch Vitamine und Spurenelemente, enthalten. Für die Aufzucht wären hingegen andere Nährstoffanteile besser und auch gesünder.

Solange die Hühner im Freilauf fündig werden, gleichen sie eine Unwucht in ihrer Ernährung selbstständig aus. Ein paar Körner und eine Kalkquelle wie Grit würden dann bereits genügen, damit die Hühner ihren Speiseplan mit Energie und Kalzium füllen können. Wer sein Futter zukauft, sollte auch dann direkt den passenden Futtermix wählen. Finden die Hühner kaum etwas im Freilauf, wäre dieser passende Futtermix sogar die dringende Empfehlung.

 

Küken am Trog - Hühnerfutter
Es soll vorgekommen sein, dass einem Halter seine Küken verhungert sind. Diese brauchen keine Körner, sondern Körnchen – Foto: Pixabay

 

Kein verdorbenes Hühnerfutter

Nicht allein die enthaltenen Nährstoffe, sondern auch deren Qualität entscheiden darüber, ob die Hühner gesund bleiben und Leistung bringen. Verschimmelt oder vergammelt einem das hochwertige Hühnerfutter, soll es entsorgt werden. Damit es nicht so weit kommt, wäre das Futter immer sauber und trocken zu lagern. Geht dieses im Hühnerstall nicht so gut, sollen hier immer nur kleine Mengen lagern.

Damit keine Schadnager oder Futterkonkurrenten angelockt werden, sollen die Hühner ihr Trockenfutter im Hühnerstall erhalten. Damit können sie zugleich am Abend in diesen gelockt werden. Frisches oder feuchtes Futter soll hingegen wegen der besseren Hygiene im Freien an einer geeigneten und leicht zu reinigenden Stelle gegeben werden. Auch hier muss sehr darauf geachtet werden, dass nur geeignetes Futter gegeben wird und dieses noch nicht verschimmelt oder vergammelt ist.

Wichtig bleibt, dass Hühnern keine Reste von verarbeiteten Lebensmitteln gegeben werden. Selbst Brotreste können bereits wegen des Salzes oder anderer Zusätze ungünstig sein.

**

 

Hühnerfutter
Nicht allein die enthaltenen Nährstoffe, sondern auch deren Qualität entscheiden darüber, ob die Hühner gesund bleiben und Leistung bringen – Foto: Rober Brungert – https://huehner-hof.com

 

Tipps zur Hühnerfütterung

*
Es soll vorgekommen sein, dass einem Halter seine Küken verhungert sind. Diese brauchen keine Körner, sondern Körnchen. Küken haben nach dem Schlüpfen noch eine Reserve und werden erst ab dem zweiten oder dritten Tag gefüttert. Sie sollen mit Kükenstarter*, etwas später mit Kükenfutter* gefüttert werden. Darin sind die nötigen Nährstoffe enthalten, sowie die Korngröße in den Schnabel passt.

Genauso können Zwerghühner keine Maiskörner fressen, diese müssen wenigstens geschrotet sein. Wer seine Hühner füttert, muss zugleich sicherstellen, dass jedes Huhn ans Futter gelangen kann, damit nicht die dicksten Hennen noch dicker werden. Eine verfettete Henne wird deutlich weniger Eier legen.

Bei der Fütterung von Körnern selektieren Hühner gerne. Bei Pelletfutter oder Futtermehl geht das nicht mehr. Dieses verarbeitete oder bearbeitete Futter ist deswegen besser, da jedes Huhn die richtige Nährstoffmenge aufnimmt. Körner haben dennoch ihre Berechtigung. Auch wenn Trockenfutter eigentlich drinnen gegeben werden soll, kann es im Freilauf auf nacktem Boden oder auch im Scharraum des Hühnerstalls weit ausgestreut werden. Die Hühner suchen und bewegen sich dabei. Dieses wirkt einem Verfetten entgegen und die Hühner haben eine Beschäftigung.

 

Entenküken und Hühnerküken an der Tränke - Hühnerfutter
Wasser sollte so dargereicht werden, dass Verschmutzungen vermieden werden und immer sauberes und keimfreies Wasser zur Verfügung steht – Foto: Pixabay

 

Wasserquellen

Es muss für die Hühner nicht nur immer eine Wasserquelle in Reichweite sein. Die Wassertränke muss regelmäßig gereinigt werden, soll nicht in der Sonne stehen und im Winter nicht zufrieren. Viele Hühnerhalter geben auf einen Liter Wasser einen Esslöffel Apfelessig. Dieser ist gesund und hält die Keimdichte im Wasser gering. Dennoch muss das Wasser möglichst täglich gewechselt werden. Auf 20 Hühner soll es eine Hühnertränke mit 5 Liter Tank* geben. In einem sehr großen Hühnerfreilauf sollen diese Tränken an mehreren Stellen im Schatten stehen. Eine Alternative wären Tränken, die an eine Wasserleitung angeschlossen werden. An diesen Stellen kann es jedoch nass werden, weswegen solche Tränken nicht an jeder Stelle im Hühnerstall sinnvoll wären.

*